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Warme Kante beim Fenster – was ist das genau?

Sind Sie auf der Suche nach neuen Fenstern, treffen Sie immer wieder auf den Begriff Warme Kante. Doch was genau verbirgt sich dahinter und ist die Wahl einer Warmen Kante sinnvoll? Generell wird die Warme Kante heute empfohlen, da sie die Wärmedämmfähigkeit eines Fensters verbessern kann.

Von der Einfach- zur Mehrfachverglasung mit Warmer Kante

Waren es anfangs vor allem Einscheiben-Fenster, die auf dem Markt waren, hat man schnell erkannt, dass Mehrfachverglasungen eine höhere Wärmedämmung mit sich bringen. So entwickelte sich der Trend hin zu den heute üblichen Zwei- und Dreifachverglasungen. Das heißt, dass ein Fenster aus zwei oder drei Einzelscheiben besteht. Zwischen diesen entsteht ein Luftraum, der für die verbesserte Wärmedämmung mit Edelgasen, meist Argon, seltener auch Krypton aufgrund seines hohen Preises, gefüllt wird. Die Scheibe, die in den Raum zeigt, ist in der Regel mit einer Low-E-Wärmedämmbeschichtung versehen. Gleiches gilt häufig auch für die außenliegende Scheibe.

Warme Kante verbindet Einzelscheiben

Anfangs wurden bei Mehrfachverglasungen die einzelnen Scheiben am Rand miteinander verschweißt. Alternativ kam auch das Verlöten mittels Bleisteg infrage. Allerdings sind diese beiden Varianten zur Verbindung der Einzelscheiben heute nicht mehr üblich. Stattdessen setzt man auf moderne Glasabstandhalter, zu denen auch die Warme Kante oder warm edge zählt.

Wie hat sich die Warme Kante entwickelt?

Zunächst setzte man auf Glasabstandhalter aus Aluminium. Diese wurden doppelt gedichtet und mit einem hochaktiven Trocknungsmittel gefüllt. Allerdings ging bei dieser Variante über den Randverbund des Glases immer noch Wärme verloren. Grund dafür ist das Material Aluminium, das als guter Wärmeleiter dient und so zur Wärmebrücke werden kann. In den letzten Jahren hat man daher neue Lösungen für die Warme Kante entwickelt, deren Hauptziel es ist, die Wärmeverluste am Glasrandverbund zu minimieren.

Ist die Warme Kante sinnvoll?

Wenn Sie sich für neue Fenster entscheiden, können Sie diese von vornherein mit der Warmen Kante versehen. Dies macht auch durchaus Sinn, da die Warme Kante eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt:

  • Der Wärmeschutz der Fenster verbessert sich durch den Einsatz der Warmen Kante.
  • Die allgemeine Behaglichkeit im Raum wird erhöht.
  • Die Warme Kante schützt vor Tauwasseranfall am Fenster.

Wie wirkt sich die Warme Kante auf den Wärmeschutz aus?

Als wichtigste Aufgabe der Warmen Kante wird also die Erhöhung des Wärmeschutzes angesehen. Dafür müssen wärmetechnisch verbesserte Glasabstandhalter eingesetzt werden. Diese bestehen nicht mehr aus reinem Aluminium, wodurch die Wärmeleitung verringert wird, die sich am Übergang zwischen Fensterrahmen und Verglasung bildet. Diese Wärmeleitung ist auch als linearer Wärmedurchgangskoeffizient bekannt. Daher kommt es bei der Warmen Kante auf einen möglichst geringen Psi-Wert an.

Die Warme Kante kann den Wärmeschutz des Fensters um 0,1 bis 0,2 W/m²K erhöhen. Alleine aufgrund der damit verbundenen Heizkosteneinsparung ist die Warme Kante sinnvoll. Gleichzeitig erleichtert sie es, die zunehmend steigenden Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an moderne Fenster zu erfüllen.

Wie kann die Warme Kante die Behaglichkeit steigern?

Die zweite Aufgabe, die die Warme Kante beim Fenster erfüllt, ist eine Steigerung der Behaglichkeit. Dies wird gewährleistet durch höhere Oberflächentemperaturen an den Innenseiten der Fenster. Durch die höheren Temperaturen entsteht subjektiv mehr Behaglichkeit im Raum. Grund dafür: Die Temperaturunterschiede, die ohne Warme Kante am Glasrandverbund auftreten, werden häufig als Zugluft empfunden, selbst wenn das Fenster absolut dicht schließt. Die Bauteile sind kühl und verbreiten auch ein unbehagliches Gefühl. Zudem können Temperaturunterschiede zwischen Glasmitte und –rand dazu führen, dass sich Luftbewegungen vor dem Glas bilden. Diese oft kalte Luft fällt dann auf den Boden, so dass sich so genannte Kaltluftseen am Boden vor dem Fenster bilden.

Wie sorgt die Warme Kante für den Tauwasserschutz?

Die dritte wichtige Aufgabe, die die Warme Kante am Fenster übernimmt, ist der Tauwasserschutz. Tauwasserausfall entsteht vorwiegend an Bauteilen am Haus, die sehr kalt sind. Da mittlerweile die Gebäudehüllen in Neubauten luftdicht ausgeführt werden müssen, steigt die Gefahr für den Tauwasserausfall weiter an. Der früher übliche Luftaustausch an den Fenstern durch undichte Fugen ist heute nicht mehr gegeben. Dadurch kann die Luftfeuchtigkeit im Raum selbst 40 bis 60 Prozent erreichen. Sind dann noch die Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen zu groß, kann Tauwasser anfallen. Die Warme Kante am Fenster verhindert dies weitgehend. Je besser diese ausgeführt ist, desto höher können die Temperaturunterschiede ausfallen, ohne dass es zum Tauwasserausfall kommt.

Wie kann die Warme Kante aussehen?

Die Warme Kante bieten wir Ihnen bei Fensterhandel.de in drei grundlegenden Ausführungen:

  1. Glasabstandhalter aus Aluminium (Standardvariante bei allen Fenstern ohne Aufpreis)
  2. Glasabstandhalter als Warme Kante TGI – Der Randverbund wird in Edelstahl ausgeführt, wobei er mit einem schwarzen Kunststoff ummantelt wird
  3. Glasabstandhalter als Warme Kante Swiss Spacer V – hierbei kommt ein hochisolierender, schwarzer Composite Kunststoff mit einer dünnen Edelstahlfolie als Dampfsperre zum Einsatz.

Der Swiss Spacer V ist die beste Wahl, um den Wärmeverlust über den Randverbund des Fensters zu minimieren. Wir empfehlen diese Variante deshalb auch, um ein Passivhausfenster realisieren zu können.

Warme Kante lässt sich weiter unterscheiden

Darüber hinaus kann man die Warme Kante in starre und flexible Systeme unterschieden. Die starren Systeme basieren in der Regel auf Edelstahl oder thermoplastischen Kunststoffen als Material für die Warme Kante. Diese starren Systeme kommen als stangenförmige Hohlprofile daher. Sie werden abgelängt, gequetscht oder geknickt und im Rahmen zusammengesteckt bzw. verschweißt. In den entstehenden Hohlraum wird ein Trockenmittel eingebracht. Allerdings eignen sich starre Systeme nicht für alle Fensterformen. Insbesondere asymmetrische Fensterformen sind damit nur bedingt auszustatten. Ebenso wenig können die starren Systeme den Pumpeffekt, also die Bewegungen des Isolierglases nachvollziehen. So kann es im schlechtesten Fall zu Spannungsrissen im Randverbund kommen, die wiederum zu einer Undichtigkeit führen können. Dadurch besteht die Gefahr, dass das Gas, welches im Scheibenzwischenraum liegt, austreten kann und die Dämmwirkung des Fensters nachlässt.

Warme Kante lieber flexibel gestalten

Die Warme Kante kann aber auch mit flexiblen Systemen gestaltet werden. Sie bestehen häufig aus Silikonschaum oder Polyisobutylen. Die Vorteile der flexiblen Systeme bestehen darin, dass sie die Pumpeffekte der Verglasung aufnehmen können. Auch Expansionen und Kontraktionen des Fensters werden im Randverbund aufgenommen, und zwar ohne, dass sich die Warme Kante dabei dauerhaft verformt. Die Dichtungsebenen werden hierbei meist miteinander verklebt. Durch die Flexibilität dieser Glasabstandhalter können in den Dichtungsebenen seltener Spannungen auftreten und auch Sonderformen beim Fenster lassen sich damit realisieren.

Warme Kante kann optisch ansprechend gestaltet werden

Mittlerweile kann man die Warme Kante auch optisch sehr ansprechend gestalten. Waren früher sehr große Einstandstiefen des Isolierglases im Fensterrahmen die Regel, so dass die Glasabstandhalter kaum sichtbar waren, sind in den letzten Jahren immer schlankere Rahmenprofile entwickelt worden. Das hat allerdings auch den Nachteil, dass die Warme Kante Abstandhalter besser zu sehen waren. Aus diesem Grund hat man sich entschlossen, die Warme Kante Edelstahl oder Kunststoff optisch ansprechender zu gestalten.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat die Warme Kante heute?

Heute kann die Warme Kante so gestaltet werden, dass die Oberflächenfarbe deutlich variiert. Auch der Glanzgrad der Oberfläche kann individuell gewählt werden. Die Ecken müssen für ein optisch ansprechendes Design heute quetschungsfrei und sauber ausgeführt werden und winkeltreu sein. Außerdem wird auf die Geradlinigkeit großer Wert gelegt. Zudem müssen Warme Kanten Abstandhalter Kunststoff oder Edelstahl absolut parallel auf einer Seite ausgeführt werden, wenn sie im Fenster mit Dreifachverglasung eingesetzt werden sollen.

Welche Farben sollte ich für die Warme Kante wählen?

Wenn Sie sich für die Warme Kante entscheiden, hat sich die dunkle, nahezu schwarze Farbe am Markt durchgesetzt. Sie ist wenig auffällig, meist mit einer samtig matten Oberfläche versehen und tritt daher optisch im Rahmen zurück. Alternativen dazu sind:

  • Sehr helle Farben, wodurch der Warme Kante Abstandhalter jedoch deutlich hervortritt.
  • Metallische Oberflächen, die jedoch schnell „billig“ wirken, sobald sie in die Jahre kommen und der Glanz gebrochen ist.
  • Sehr starker Oberflächenglanz, der zwar optisch ansprechend wirkt, aber auch zu Reflexionen des Lichts führen kann. Dadurch wird der Warme Kante Abstandhalter wieder deutlich sichtbar.

Worauf muss ich bei der Warmen Kante achten?

Wie bei allen Auswahlmöglichkeiten des Fensters sollten Sie auch bei der Warmen Kante auf ein paar grundlegende Eigenschaften achten. Was macht die Warme Kante sinnvoll und lohnt sie sich im individuellen Einzelfall? Die Eigenschaften, die für die Warme Kante sprechen, liegen dabei klar auf der Hand:

  • Die verbauten Materialien weisen eine nur geringe Wärmeleitfähigkeit auf.
  • Durch die Warme Kante fällt die Oberflächentemperatur am Glasrandverbund nur unwesentlich geringer aus als in der Scheibenmitte.
  • Dadurch wird die Bildung von Tauwasser vermieden.
  • Es sind mehrere Dichtungsebenen vorhanden, wodurch der Wärmeschutz des Fensters weiter verbessert wird.
  • Mit einer flexiblen Warmen Kante lassen sich auch Sonderformen der Fenster realisieren.
  • Die Warme Kante sollte so gewählt werden, dass Farbe und Glanzgrad keine optischen Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Brauche ich eine Warme Kante am Fenster?

Grundsätzlich lässt sich die Frage Warme Kante – Ja oder Nein, nicht eindeutig beantworten. Fakt ist, dass Sie den Wärmeschutz des Fensters mit der Warmen Kante verbessern können, Allerdings sind die Erhöhungen der Wärmeschutzeigenschaften auch hier beschränkt. In unserer U-Wert-Tabelle haben wir für Sie aufgelistet, welche Verbesserungen der Wärmeschutzeigenschaften sich mit der Warmen Kante erzielen lassen. Wenn Sie dann auf den passenden Rahmen samt Verglasung achten und auch noch die richtige Warme Kante wählen, können Sie sich ein Passivhausfenster zusammenstellen.

Was kostet die Warme Kante?

Die Mehrkosten, die für eine hochwertige Warme Kante anfallen, sind sehr gering, so dass Sie sich vor dieser „Investition“ nicht scheuen sollten. So finden Sie die Standard-Variante mit einem Alu-Abstandhalter bei all unseren Fenstern sogar serienmäßig und ohne Aufpreis. Aber auch der hochwertige Swiss Spacer V ist nur mit geringen Mehrkosten verbunden, bringt aber gleichzeitig ein Plus beim Schall- und Klimaschutz Ihrer Fenster.

Reicht die Warme Kante alleine aus, um den Wärmeschutz zu verbessern?

Nein, alleine mit der Warmen Kante können Sie den Wärmeschutz Ihres Fensters nicht verbessern. Es kommt genauso auf die richtige Verglasung und den Rahmen an. Bei ersterer empfehlen wir die Dreifachverglasung, die heute einen guten Wärmeschutz mit sich bringt. Die Zweifachverglasung ist ebenfalls sinnvoll, zumal das Fenster damit weniger Eigengewicht aufweist. Aus statischen Gründen kann sie sogar sinnvoller sein. Beim Rahmen sollten Sie auf eine möglichst hohe Bautiefe für einen hohen Wärmeschutz achten. Mehrere Luftkammern sollten ebenfalls im Rahmen enthalten sein.

Was bringt mir ein Fenster mit erhöhtem Wärmeschutz?

Fenster, die einen erhöhten Wärmeschutz aufweisen, bieten Ihnen mehrere Vorteile:

  1. Geringere Heizkosten im Winter
  2. Weniger Wärmeverluste durchs Fenster
  3. Höherer Wohnkomfort
  4. Kein Gefühl von Zugluft
  5. Keine Kaltluftseen unterm Fenster
  6. Verbesserte U-Werte des gesamten Fensters

Wie kann ich ein Fenster mit Warmer Kante bestellen?

Suchen Sie nach einem neuen Fenster und haben sich für die Warme Kante entschieden, können Sie sich dieses individuell zusammenstellen. Bei Fensterhandel.de haben wir eigens dafür einen Fenster Online Konfigurator erstellt. In diesem werden Sie in elf einfachen Schritten durch die gesamte Fensterplanung geführt. Wir fragen Ihre individuellen Wünsche ab und erklären Ihnen bei einzelnen Auswahlmöglichkeiten kurz, was für Vorteile Sie dadurch erhalten.

Fenster individuell zusammenstellen

Im Fenster Online Konfigurator werden Sie nach verschiedenen Dingen gefragt, etwa

  • Rahmenmodell
  • Verglasung
  • Warme Kante
  • Rahmenfarbe
  • Größe
  • Flügelanzahl
  • Einbruchschutzmaßnahmen
  • Schallschutzmaßnahmen
  • Fenster mit Sprossen
  • Fenster mit Rollladen

So entsteht nach und nach Ihr neues individuelles Traumfenster. Am Ende des Planungsprozesses sehen Sie sofort, welche Kosten dafür anfallen. Sie können hier zudem den Quickkonfigurator nutzen.

Was ist der Quickkonfigurator?

Mit diesem können Sie das soeben erstellte Fenster kopieren, etwa, wenn Sie mehrere Fenster in Ihrem Haus erneuern wollen. So müssen Sie nicht alle Eingaben noch einmal machen. Ist Ihnen das Fenster zu teuer, können Sie einige Optionen schnell abwählen und sofort sehen, wie sich das auf den gesamten Fensterpreis auswirkt. Haben Sie allerdings noch finanziellen Spielraum, können Sie jetzt auch weitere Optionen hinzubuchen.

Was tun bei Unsicherheiten bei der Fensterplanung?

Natürlich kommt es nicht jeden Tag vor, dass Sie sich ein neues Fenster zusammenstellen und die komplexen Zusammenhänge und Fachbegriffe sind vom Laien nicht ohne weiteres zu verstehen. Wir haben deshalb eine umfangreiche Wissensdatenbank mit detaillierten Erklärungen zu den einzelnen Fachbegriffen für Sie aufgebaut. Trotzdem haben Sie bei der Zusammenstellung Ihres Fensters jederzeit die Möglichkeit, eine individuelle Beratung anzufordern. Unsere Mitarbeiter setzen sich dann umgehend mit Ihnen in Verbindung. Gemeinsam erörtern Sie die noch offenen Fragen und können auch gleich Empfehlungen erhalten, welche Maßnahmen am Fenster sinnvoll sind und auf welche Sie verzichten können.